Behindertentestament

/Behindertentestament
Behindertentestament 2016-11-22T15:44:49+00:00

Behindertentestament

Unter dem Begriff „Behindertentestament“ versteht man Testamente und Erbverträge, bei denen ein oder mehrere gesetzliche Erben behindert/gehandicapt sind. Wenn beispielsweise ein Kind, minderjährig oder volljährig, in einer stationären Einrichtung untergebracht ist oder besonderer Pflege bedarf, so sind die Kosten in der Regel so hoch, dass Sozialleistungen in Anspruch genommen werden müssen. Nach den geltenden sozialrechtlichen Bestimmungen muss das Kind, wenn es über eigenes Vermögen verfügt, dies im Wesentlichen für die entstehenden Kosten einsetzen. In solchen Fällen fließt das von den Eltern/Erblassern ererbte Vermögen dann im Wesentlichen dem Sozialhilfeträger zu, ohne dass das Kind von diesem Erbe für sich einen Vorteil hätte. Erst wenn das ererbte Vermögen später aufgebraucht ist, tritt dann wieder die Zahlungsverpflichtung des Sozialhilfeträgers ein.

Diese Konsequenz ist in vielen Fällen von den Eltern nicht gewünscht. Vielmehr wird häufig Interesse dahingehend bestehen, dass der Sozialhilfeträger weiterhin die gesetzlichen Leistungen für das behindert/gehandicapte Kind übernimmt, der Lebensstandard des Kindes jedoch nach dem Erbfall durch eine Beteiligung am Nachlass dauerhaft über das wirtschaftliche Niveau der Sozialhilfe angehoben wird. Um dieses Ziel zu erreichen gilt es, den Zugriff des behinderten/gehandicapten Kindes und somit auch des Sozialhilfeträgers auf die Substanz des ererbten Vermögens und der Erträge zu verhindern. Dieses Ziel lässt sich mit Hilfe des „Behindertentestamentes“ weitestgehend erreichen. Bei der genauen juristischen Ausformung kommt es hier auf die Umstände des Einzelfalls an.

User-agent: * Disallow: /wp-admin/ Allow: /wp-admin/admin-ajax.php