Erbfälle mit Auslandsbezug

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Erbfälle mit Auslandsbezug 2016-11-22T15:45:28+00:00

Erbfälle mit Auslandsbezug

Erbfälle mit Auslandsbezug werden immer häufiger. Aktuell entstehen in der BRD jährlich etwa 500.000 Erbfälle mit Auslandsbezug. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Bundesbürger die im Alter ins Ausland gezogen sind und ferner um Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen ins Ausland versetzt wurden oder um ganze Familien, die ins Ausland ausgewandert sind.

Bisher war es so, dass das Erbrecht sich ausschließlich nach der Staatsangehörigkeit gerichtet hat. Wenn also ein deutscher Rentner im Alter zum Beispiel nach Spanien gezogen ist und dort verstorben ist, hat er automatisch nach deutschem Erbrecht vererbt. Ab dem 17.08.2015 gilt die neue EU-Erbrechtsverordnung. Wer als deutscher Staatsbürger vor seinem Tod im Ausland gelebt hat vererbt mit Geltung der EU-Erbrechtsverordnung möglicherweise nach ausländischem Erbrecht und nicht mehr nach deutschem Erbrecht. Dies kann dazu führen, dass das in Deutschland geltende Pflichtteilsrecht nicht mehr gilt oder die Beteiligung des Ehegatten am Erbe entfällt.

Wer also beabsichtigt dauerhaft ins Ausland zu gehen, sollte sich unbedingt vorher erbrechtlich beraten lassen. Es sollte in diesen Fällen ein Testament erstellt werden, in dem ausdrücklich geregelt wird, ob deutsches Erbrecht oder ausländisches Erbrecht gelten soll.

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