Notarielles Testament

/Notarielles Testament
Notarielles Testament 2016-11-22T15:43:48+00:00

Notarielles Testament

Welche Vorteile hat ein notarielles Testament?

Wenn ein notarielles Testament vorhanden ist, wird kein Erbschein benötigt. Privat verfasste Testamente werden häufig von Banken als unzureichend angesehen, wenn die Erben über Bankguthaben des Verstorbenen verfügen möchten. In der Regel bestehen die Banken darauf, dass die Erben einen Erbschein beantragen und erst nach Vorlage des Erbscheins können die Erben dann über die Bankguthaben verfügen. Wenn der Verstorbene Eigentümer einer Immobilie war, können die Erben mit einem privat verfassten Testament keine Eigentumsumschreibung auf ihren Namen beim Grundbuchamt erreichen. Auch in diesem Fall muss ein Erbschein beim Grundbuchamt vorgelegt werden, bis eine Eigentumsumschreibung auf die Erben möglich ist. Die Erteilung eines Erbscheins dauert einige Wochen und manchmal sogar Monate. Bei notariellen Testamenten besteht gegenüber dem selbst verfassten Testament nicht die Gefahr der Unwirksamkeit aufgrund eines Formfehlers. Kommt es nach einem Erbfall zum Streit, muss häufig der Inhalt eines selbstverfassten Testamentes von Juristen ausgelegt werden. Das „Juristendeutsch“ ist dem Verstorbenen in der Regel nicht bekannt gewesen. Dies führt häufig zu Streitigkeiten über die Frage, was der Verstorbene mit dem Testament erreichen wollte. Dies wird durch notarielle Testamente vermieden, da es Aufgabe des Notars ist, in rechtlich abgesicherter Form ein Testament zu erstellen. Bei selbst verfassten Testamenten besteht auch die Gefahr, dass dieses Testament später von der falschen Person gefunden werden könnte und vernichtet werden könnte.

In notariell beurkundeten Testamenten und Erbverträgen werden der Geburtsort der Beteiligten und die Geburtsregisternummer aufgenommen. Dies hat folgenden Hintergrund:

Notare sind verpflichtet, die Testamente und Erbverträge beim Amtsgericht zu hinterlegen. Das Standesamt am Geburtsort des Beteiligten wird hierüber informiert, dass beim Amtsgericht ein Testament oder Erbvertrag hinterlegt wurde. Der beurkundende Notar und das Amtsgericht erfahren natürlich nichts davon, wenn ein Sterbefall eingetreten ist. In diesem Fall werden Sterbeurkunden benötigt. Diese erstellt das Geburtsstandesamt. Das Geburtsstandesamt erfährt also immer von eingetretenen Sterbefällen. Das Standesamt wird sich dann an das Amtsgericht wenden, bei dem das Testament oder der Erbvertrag hinterlegt wurde und dorthin eine Mitteilung übersenden, dass der Betreffende verstorben ist. Dann wird durch das Amtsgericht das Testament oder der Erbvertrag eröffnet. Dies bedeutet, dass Kopien des Testamentes bzw. Erbvertrages an alle darin genannten Personen verschickt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass das Testament oder der Erbvertrag nicht untergehen können.

Darüber hinaus wird jedes notariell beurkundete Testament bzw. jeder beurkundete Erbvertrag im zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer elektronisch registriert. Dieses Register wird in jedem Sterbefall auf vorhandene Testamente geprüft. Die Bundesnotarkammer informiert anschließend das zuständige Nachlassgericht.

User-agent: * Disallow: /wp-admin/ Allow: /wp-admin/admin-ajax.php