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Pflichtteil

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Pflichtteil2018-11-28T17:32:43+00:00

Der Pflichtteil

Pflichtteil

Das deutsche Erbrecht regelt, dass man nahe Verwandte nicht komplett enterben kann. Diese haben einen Anspruch auf einen Teil des Erbe. Nachfolgend wird erklärt, welche Verwandten einen Pflichtteil beanspruchen können,  wie hoch der Teil des Erbe ist und wie auf den Pflichtteil verzichtet werden kann bzw. wie man Pflichtteilsforderungen möglichst vermeiden kann.

Welche Personen haben Anspruch auf einen Pflichtteil ?

Sofern der verstorbene (= Erblasser) verheiratet war und Kinder hatte, sind die Kinder des Verstorbenen und der Ehegatte pflichtteilsberechtigt. Hatte der Erblasser keine Kinder und die Eltern des Verstorbenen leben noch, besteht ein Pflichtteilsanspruch der Eltern des Verstorbenen.

Wie hoch ist der Pflichtteil ?

Der Teil des Erbe entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Nach dem gesetzlichen Erbrecht erhält der Ehegatte – sofern keine Gütertrennung besteht – 1/2 vom Nachlass und Kinder erhalten auch insgesamt 1/2, unabhängig davon ob es sich um ein Kind oder um mehrere Kinder handelt.

Eine Pflichtteilsforderung kann zu großen Problemen für den Erben führen. Wenn sich Immobilien im Nachlass befinden, kann der Pflichtteil eine große Summe ausmachen, die der Erbe gar nicht zur Verfügung hat. Dann muss die geerbte Immobilie  mit Schulden belastet werden, um den Pflichtteil auszuzahlen. Falls der Erbe aber kein Darlehen erhält, kann er gezwungen sein, die geerbte Immobilie zu verkaufen, um den Pflichtteil auszuzahlen.

Beispiel: Eheleute Müller haben zwei Kinder. Herr Müller verstirbt. Nach gesetzlicher Erbfolge erbt Frau Müller 1/2 und die beiden Kinder zusammen 1/2, also jedes Kind erbt 1/4. Eheleute Müller haben ein Testament errichtet und sich darin zunächst gegenseitig als Erben eingesetzt. Dadurch sind die Kinder nach dem zuerst versterbenden Herrn Müller enterbt worden. Sie haben einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von je 1/8 gegenüber ihrer Mutter, also die Hälfte vom gesetzlichen Erbe.

Wie kann verhindert werden, dass der Pflichtteil geltend gemacht wird (sog. Pflichtteilsstrafklausel) ?

Der Pflichtteil entsteht nicht automatisch, sondern er muss ausdrücklich geltend gemacht werden. Im Testament kann geregelt werden, dass das Kind, welches nach dem zuerst versterbenden Elternteil einen Pflichtteil geltend macht, nach dem länger lebenden Elternteil enterbt wird. Das ist eine sogenannte Pflichtteilsstrafklausel. Damit sollen Kinder davon abgehalten werden, den Pflichtteil zu fordern, da sie dann nach dem länger lebenden Elternteil enterbt werden und dann später auch nur den Pflichtteil nach dem länger lebenden Elternteil erhalten.

Beispiel: Eheleute Müller erstellen ein Testament, in dem sie sich zuerst gegenseitig als Erben einsetzen und nach dem Tod des länger lebenden Elternteils sollen die beiden Kinder zu gleichen Erbe werden. Das Kind, das nach dem Tod des zuerst versterbenden Elternteils den Pflichtteil fordert, wird nach dem länger lebenden Elternteil enterbt.

Herr Müller verstirbt und seine Tochter Heidi fordert den Pflichtteil von der Mutter ein. Herr Müller hat einen Nachlass im Wert von 100.000,00 Euro hinterlassen. Der Pflichtteil der Tochter Heidi beträgt 1/8. Dementsprechend fordert Heidi von der Mutter einen Teil des Erbes in Höhe von 12.500,00 Euro. Acht Jahre später verstirbt die Mutter. Nach der Mutter erhält Heidi nur den Pflichtteil und ihr Bruder wird Alleinerbe, weil Heidi nach dem verstorbenen Vater den Pflichtteil eingefordert hat.

Kann man auf den Pflichtteil verzichten ?

Streit über das Erbe entsteht besonders häufig, wenn sich im Nachlass eine Immobilie befindet. Wenn in diesen Fällen ein Teil des Erbes gefordert wird, droht unter Umständen der Verkauf der Immobilie. Daher kann es sinnvoll sein, schon zu Lebzeiten einen Pflichtteilsverzicht zu vereinbaren. Dies ist möglich durch einen Vertrag zwischen dem Erblasser und dem pflichtteilsberechtigten Erben. In diesem Vertrag wird vereinbart, dass der Erbe auf den Pflichtteil verzichtet und ob er dafür eine Gegenleistung erhält. Der Verzicht auf ein Teil des Erbe, kann also unentgeltlich oder gegen Bezahlung eines Geldbetrages erfolgen. Ein Pflichtteilsverzichtsvertrag ist nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wurde.

Weitere Tätigkeitsfelder des Notar Schmidt in Bochum

Info’s auch unter Wikipedia.de

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