Testament

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Testament 2017-11-06T12:24:18+00:00

Testament

In einem Testament können folgende Regelungen getroffen werden:

  • Es können bestimmte Personen zu Erben benannt werden
  • Es können Vermächtnisse ausgesetzt werden. Ein Vermächtnisnehmer wird kein Erbe. Er erhält einen bestimmten Gegenstand aus dem Nachlaß oder einen Geldbetrag.
  • Es können Personen enterbt werden.
  • Den Erben können Auflagen gemacht werden, z.B. für die Grabpflege oder dergleichen.
  • Die Abwicklung der Erbschaft erfolgt grundsätzlich durch die Erben. Dies ist aber häufig schwierig, wenn z. B. Vermächtnisse und Auflagen zu beachten sind. Es kann eine Person als Testamentsvollstrecker eingesetzt werden. Seine Aufgabe ist die Verwaltung und die Verteilung des Nachlasses. Ein Testamentsvollstrecker überwacht bei der Abwicklung des Testamentes, dass der Wille des Erblassers beachtet wird. Als Testamentsvollstrecker kommt jede beliebige Person in Betracht.
  • Für den Fall, dass die Eltern versterben, wenn Kinder noch minderjährig sind, kann ein Vormund für minderjährige Kinder bestimmt werden. Das ist diejenige Person, in dessen Haushalt die Kinder leben sollen. Der Vormund ist dann der Erziehungsberechtigte.
  • Ein Testament muss handgeschrieben und mit Ort und Datum versehen sein, sowie von dem Erblasser oder den Erblassern eigenhändig unterschrieben werden. Wurde diese Form nicht eingehalten, ist es vollständig unwirksam.
  • Testament-Muster findet man an vielen Stellen im Internet oder in Büchern. Diese vorformulierten Standard-Testamente können jedoch den einzelnen Fall nicht erfassen. Sie regeln häufig nur unvollständig das vom Verstorbenen Gewünschte. Der Laie kann die rechtlichen Konsequenzen eines solchen vorformulierten Testamentes nicht erfassen. Es besteht die Gefahr, dass der Laie es völlig missversteht und ein solches vorformuliertes Standard-Testament abschreibt, das überhaupt nicht seinem Willen entspricht. Das Erbrecht ist zu kompliziert, als dass „Standardtestamente“ abgeschrieben werden könnten. Es sollte auf den Einzelfall abgestimmt werden.
  • Ein Testament wird vor seiner Eröffnung von einem Richter geprüft und inhaltlich ausgelegt. Dieser Richter kann und darf es nur anhand der Gesetzessprache, also dem sog. Juristendeutsch auslegen. Fall: Ein verstorbener Ehemann traf folgende Regelung: „Meine Verwandten sollen Erbe werden.“ Damit hatte er vermutlich seine Ehefrau und seine Kinder gemeint. Da aber die Ehefrau nicht verwandt ist im Sinne des BGB, entscheiden die Gerichte, dass nur die Kinder geerbt haben. Die Ehefrau gilt als enterbt.
  • Ein Testament sollte daher in der juristischen Fachsprache verfasst werden, damit es von dem Richter, der das Testament eröffnet in dem Sinne verstanden werden kann, den der Verstorbene gemeint hat.
  • Eine langfristige Vermögenserhaltung auch für die nächste Generation ist daher nur mit fachlicher Beratung zu erreichen.
  • Es macht Sinn, ein notarielles Testament zu errichten, wenn Grundbesitz vorhanden ist. Dann wird man als Erbe kostenfrei in das Grundbuch als neuer Eigentümer eingetragen. Ansonsten muss ein Erbschein beantragt werden, um als Erbe in das Grundbuch eingetragen zu werden. Die Beantragung des Erbscheins kann je nach der Höhe des Nachlasses erhebliche Kosten auslösen.
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