Eheverträge

/Eheverträge
Eheverträge 2017-07-27T16:03:23+00:00

Eheverträge beim Notar Beurkunden

Eheverträge

Vor einer Eheschließung setzt man sich ungern mit der Frage auseinander, was bei Scheitern der Ehe geschehen soll. Da heutzutage statistisch fast jede dritte Ehe geschieden wird, in Großstädten sogar fast jede zweite Ehe, macht es Sinn über diese Frage nachzudenken. Dabei sollten Sie noch vor der Eheschließung darüber nachdenken, wie das Eheleben in finanzieller Hinsicht ausgestaltet sein soll und welche Regelungen für den Fall der Trennung oder Scheidung gelten sollen.

Wenn Sie keinen Ehevertrag geschlossen haben, greifen die gesetzlichen Regelungen ein, die jedoch häufig nicht den Vorstellungen der Eheleute entsprechen. Dabei kommt es in dieser Hinsicht oft zu bösen Überraschungen, wenn die Trennung oder Ehescheidung bevorsteht. Die gesetzlichen Regelungen gehen von der sog. „Hausfrauenehe“ aus, bei der die Ehefrau zu Hause bleibt und die Kinder betreut, während der Ehemann der Alleinverdiener ist. Aufgrund der Tatsache, dass diese Art der Ehe heutzutage immer seltener ist, sind vertragliche Regelungen, die von den gesetzlichen Regelungen abweichen, sinnvoll.

Was wird konkret in einem Ehevertrag geregelt?

Wenn Sie keinen Ehevertrag haben, leben Sie als Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei der Zugewinngemeinschaft wird im Falle der Scheidung das sog. Anfangsvermögen mit dem sog. Schlussvermögen verglichen. Das Anfangsvermögen ist das Vermögen, welches beide Eheleute am Tag der Eheschließung besessen haben. Das Schlussvermögen ist das Vermögen, das beide Eheleute an dem Tag besitzen, an dem ein Scheidungsantrag vom Gericht zugestellt wird. Etwaige Vermögenszuwächse beider Ehegatten in dieser Zeit werden dann miteinander verglichen. Sofern ein Ehegatte während dieser Zeit mehr Vermögen hinzugewonnen hat, muss dieser dem anderen Ehegatten die Hälfte davon abgeben.

Beispiel:
Hat der Ehemann bei Eheschließung 100.000,00 € und die Ehefrau bei Eheschließung ein Vermögen von 50.000,00 € und bei Ehescheidung der Ehemann 200.000,00 € und die Ehefrau 100.000,00 €, hat der Ehemann einen Zugewinn von 100.000,00 € und die Ehefrau einen Zugewinn von 50.000,00 €. Dementsprechend hat der Ehemann 50.000,00 € mehr Zugewinn als die Frau. Dies ist hälftig zu teilen, so dass ein Anspruch der Frau auf Zahlung von 25.000,00 € gegen den Ehemann besteht.

Ist das Vermögen während der Ehezeit durch ein Erbe gewachsen, fällt dies nicht in den Zugewinn und muss daher im Falle einer Scheidung nicht geteilt werden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass ein Wertzuwachs während der Ehezeit beim Anfangsvermögen oder bei geerbtem Vermögen zugewinnausgleichspflichtig ist.

Beispiel:
Der Ehemann ist bei Eheschließung Alleineigentümer eines Einfamilienhauses mit einem Wert von 200.000,00 €. 15 Jahre später lassen sich die Eheleute scheiden und das Haus hat inzwischen einen Wert von 300.000,00 €. In diesem Fall ist der Wertzuwachs des Hauses in Höhe von 100.000,00 € Zugewinn und damit ausgleichspflichtig.

 

User-agent: * Disallow: /wp-admin/ Allow: /wp-admin/admin-ajax.php