Immobilien Schenkung Wohnrecht

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Immobilien Schenkung Wohnrecht 2016-11-22T15:21:29+00:00

Wohnrecht

 

Das Wohnrecht ist das Recht, eine Wohnung, ein Haus oder einen Teil eines Hauses benutzen zu dürfen. In der Regel wird es auf Lebenszeit bestellt, wenn z.B. Eltern eine Immobilie auf Kinder übertragen, in der sie selbst leben. Dieses Recht endet dann mit dem Tod der Eltern. Das entsprechende Recht sollte bei Abschluss des notariellen Übertragungsvertrages zwischen den Eltern und Kindern mit beurkundet werden und dann im Grundbuch eingetragen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass auch bei einem Verkauf der Immobilie das Recht nicht erlischt, sondern weiter besteht. Es kann unentgeltlich oder entgeltlich bestellt werden. In der Regel lassen sich Eltern das Recht einräumen, lebenslang unentgeltlich in der verschenkten Immobilie zu wohnen.

Im Unterschied zum Nießbrauch berechtigt das dieses Recht allerdings nicht dazu, zu vermieten und Miete zu erhalten. Es beschränkt sich auf das Nutzungsrecht an der Immobilie. Das Nießbrauchrecht geht also noch weiter als das Wohnrecht.

Wenn allerdings Eltern eine Immobilie auf ein Kind übertragen möchten, da Sie zu einem weiteren Kind kein gutes oder gar kein Verhältnis mehr haben und verhindern möchten, dass dieses andere Kind die Immobilie nach Ihrem Tod erbt sollte folgendes beachtet werden:

Wenn die Eltern sich bei der Schenkung der Immobilie ein lebenslanges Wohnrecht vorbehalten, bestehen zeitlich unbegrenzt, also auch noch nach 30 oder mehr Jahren Pflichtteilsergänzungsansprüche des Kindes oder der Kinder, die den Grundbesitz nicht erhalten haben. Konkret wird dann nach dem Tod der Eltern so gerechnet, als wenn diese damals verschenkte Immobilie sich noch im Nachlass befinden würde und diese an das beschenkte Kind vererbt worden wäre. Hiernach bemessen sich dann die Pflichtteilsergänzungsansprüche des anderen Kindes oder der anderen Kinder.

Beispiel:
Im Jahre 2016 übertragen die Eltern ihr Haus auf Kind A. Kind B sollte möglichst dieses Haus nicht erben und auch nach dem Tod der Eltern möglichst keine Ansprüche an dem Haus haben. Die Eltern bestellen sich das lebenslange Wohnrecht an dem Haus. 30 Jahre später sind dann beide Eltern verstorben. Dann bestehen Pflichtteilsergänzungsansprüche des Kindes B, da aufgrund des bestellten Rechtes zeitlich unbegrenzt diese Ansprüche bestehen. Diese berechnen sich wie folgt: Kind B hätte gesetzlich ½ von dem Haus geerbt. Der Pflichtteil beträgt ¼ und dementsprechend 50.000,00 €. Es besteht also ein Anspruch von Kind B gegen Kind A in Höhe von 50.000,00 €.

Wer also eine Immobilie übertragen möchte, um Erb- oder Pflichtteilsansprüche eines Kindes zu verringern, sollte sich kein Wohnrecht an der verschenkten Immobilie vorbehalten.

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