Vorsorgevollmacht

//Vorsorgevollmacht
Vorsorgevollmacht 2016-11-22T15:17:55+00:00

Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht werden für Notfälle andere Personen bevollmächtigt, für den Vollmachtgeber zu handeln. Wer also altersbedingt, krankheitsbedingt oder durch eine plötzliche Notsituation nicht mehr selbst für sich handeln kann bevoll-mächtigt also andere Personen, ihn dann zu vertreten.

Die Vollmacht hat insbesondere auch folgenden Vorteil:

Wenn eine Person schwer erkrankt, zum Beispiel an Demenz, wird auf Veranlas-sung der behandelnden Ärzte oder durch das Einschreiten von Verwandten oder Freunden des betroffenen durch das zuständige Amtsgericht ein Betreuer bestellt. Hierbei geht es nicht um eine körperliche Betreuung des Betroffenen, sondern da-rum, dass eine andere Person für den Betroffenen Entscheidungen trifft. Dies be-inhaltet zum Beispiel auch die Frage, ob der Betroffene noch Zuhause leben kann oder in Pflegeheim ziehen muss. Durch den zuständigen Richter kann dann auch gegen den Willen des Betreuten und gegen den Willen der Familie des Betreuten einen Berufsbetreuer bestellen. Dabei handelt es sich um eine gänzlich fremde Person, die insgesamt möglicherweise 50 Personen beruflich betreut und dement-sprechend für den Einzelnen nur wenig Zeit zur Verfügung hat. Diese Vorstellung, dass ein bestellter fremder Berufsbetreuer über das eigene Leben entscheiden kann, finden die meisten Bundesbürger erschreckend. Durch die Erstellung einer solchen Vorsorgevollmacht kann eine Bestellung eines Berufsbetreuers verhindert werden.

Die Vollmacht sollte nicht mit der sogenannten Patientenverfügung verwechselt werden. In einer Patientenverfügung wird geregelt, welche ärztlichen Behand-lungsmethoden konkret gewünscht oder abgelehnt werden für den Fall, dass der Patient selbst keine wirksamen Erklärungen mehr abgeben kann. In aller Regel wird in einer Patientenverfügung erklärt, dass für den Fall des Endstadiums einer un-heilbaren Erkrankung keine lebensverlängernden Maßnahmen, zum Beispiel künstliche Ernährung durch Magensonden und ähnliches erwünscht werden.

In der Vorsorgevollmacht wird eine andere Person bevollmächtigt, den Betroffenen zu vertreten. Eingeschlossen ist in der Regel eine Generalvollmacht, die dann für alle denkbaren Fälle gilt. Dies beinhaltet die Vertretung vor Banken, Behörden, Krankenversicherungen und – wenn die Vollmacht notariell beurkundet wurde – ist darin enthalten auch die Möglichkeit zur Vertretung bei Immobilienangelegenhei-ten.

Die Vorsorgevollmacht kann im Vorsorgeregister in Berlin registriert werden. Die Registrierung kostet einmalig ca. 13,00 € und hat folgenden Sinn:

Wenn ein Richter damit beauftragt wird, eine Betreuung für eine Person ein-zurichten, kennt er natürlich die von der betreffenden Person möglicherweise erstellte Vollmacht nicht. Daher kann der Richter zunächst – auch wenn eine Vollmacht besteht – einen Berufsbetreuer bestellen. Dann müsste später die bevollmächtigte Person unter Vorlage der Vorsorgevollmacht dies rückgängig machen. Dies ist auch möglich. Damit aber der Richter sofort erkennen kann, ob eine Vollmacht besteht, wurde dieses Register eingerichtet. Alle Gerichte sind dort angeschlossen und ein Richter muss vor einer Betreuerbestellung das Register prüfen. Andere Institutionen oder Krankenhäuser haben keinen Zugriff auf dieses Vorsorgeregister.

User-agent: * Disallow: /wp-admin/ Allow: /wp-admin/admin-ajax.php